Klimaextreme
unter veränderten klimatischen Randbedingungen mit Beispielen aus dem
Mittelmeerraum und Afrika
Heiko
Paeth
Geographisches
Institut der Universität Würzburg, Würzburg, Germany
Email : Heiko.Paeth@uni-wuerzburg.de
ABSTRACT
Es
wird häufig gemutmaßt, dass die größte Gefahr eines möglichen Klimawandels in
der Intensivierung oder dem häufigeren Auftreten von Extremereignissen liegen
könnte. Andererseits ist bereits die mess- oder modelltechnische Erfassung und
statistische Beschreibung von Klimaextremen ausgesprochen schwierig, da per
definitionem meist nur kleine Stichproben vorliegen. Besonders problematisch
ist die Abschätzung von zeitlichen Änderungen im Auftreten von Extremereignissen
wie Starkniederschlägen, Hitzewellen oder Starkwindereignissen. Gerade diese
Abschätzungen werden jedoch im Zusammenhang mit der erwarteten globalen
Erwärmung von vielen Entscheidungsträgern in der Wirtschaft, Politik und
Gesellschaft nachgefragt. Der vorliegende Beitrag stellt ein statistisches
Verfahren vor, welches auf einer geeigneten Extremwertverteilung und einem
Monte Carlo-Ansatz basiert. Anhand dieses Verfahrens lässt sich nicht nur die
Unsicherheit bei der Abschätzung der rezenten Klimaextreme quantifizieren,
sondern auch die Instationarität der Extremwertstatistik im Zuge des von einem
regionalen Klimamodell vorhergesagten Klimawandels auf Signifikanz prüfen. Das
Verfahren wird schließlich auf tägliche Niederschlags- und Temperaturdaten im
tropischen Afrika und im Mittelmeerraum angewendet. Die Ergebnisse belegen eine
teils besorgniserregende Zunahme von Hitze- und Dürreextremen.