Robuste
statistische Methoden in der Klima-Trendanalyse
Andreas Mühlbauer, Peter
Spichtinger und Ulrike Lohmann
Institute for Atmospheric and Climate Science, ETH Zurich, Zurich,
Switzerland
Email: andreas.muehlbauer@env.ethz.ch
ABSTRACT
Lineare
Regression ist ein weitverbreitetes Werkzeug in vielen Anwendungen der
Atmosphären- und Klimawissenschaften. Für die Berechnung der Regressionsgerade
wird ein Schätzmaß minimiert. In vielen Anwendungen wird für das Schätzmaß die
Methode der kleinsten Quadrate (LS) herangezogen. Dabei ist das LS Schätzmaß
nicht robust, so dass ein einziger statistischer Extremwert das Ergebnis des
linearen Trendmodells massiv beeinflussen kann. Dies kann zu völlig unterschiedlichen
Trends führen. In dieser Arbeit werden für Temperatur- und
Niederschlagszeitreihen lineare Trends berechnet, die nicht auf dem LS sondern
auf robusten Schätzmaßen beruhen. Die Auswirkungen dieser verschiedenen
Schätzmethoden auf die linearen Trendanalysen werden bestimmt und die
Unterschiede zum LS Trendmodell werden hervorgehoben. Unter anderem läßt sich
am Fall der Station Zürich zeigen, daß die linearen Trends der jährlichen
Mitteltemperatur zwischen +1.0 °C pro hundert Jahren (basierend auf dem LS) und
+0.06 °C pro hundert Jahren (basierend auf einer robusten Methode) schwanken.
Im Fall von Zeitreihen des jährlichen Niederschlags kann sich sogar eine Umkehr
des Trends einstellen. Aufgrund dieser Ergebnisse wird empfohlen nach
Möglichkeit robuste Methoden für (lineare) Trendmodelle zu verwenden.