Homogenisierung des globalen Radiosondentemperaturdatensatzes

 

Leopold Haimberger

 

Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Wien, Wien, Austria

Email: http://mailbox.univie.ac.at/~haimbel7/

 

 

 

ABSTRACT

 

Das globale Radiosondennetzwerk enthält wertvolle Information über die Temperatur und den Wind in höheren Atmosphärenschichten während der letzten ca. 50 Jahre. Die Nutzbarkeit der Radiosondentemperaturen für Klimastudien und globale Reanalysen wie ERA-40 wird aber durch Sprünge in den Zeitreihen, die durch Wechsel der Meßsysteme verursacht wurden, erheblich beeinträchtigt.

Im Rahmen eines EC-Marie Curie Fellowships am ECMWF wurde ein Homogenisierungsverfahren (RAOBCORE = Radiosonde observation correction for Reanalyses) entwickelt, das diese Sprünge durch Vergleich mit Temperaturzeitreihen der ERA-40 Backgroundvorhersagen erkennen und korrigieren kann. Das Verfahren wurde auf Daten aus dem ERA-40 Archiv und dem IGRA (Integrated Global Radiosonde Archive) angewendet. Insgesamt wurden 1184 Radiosondenzeitreihen homogenisiert, wesentlich mehr als in bisher verfügbaren Datensätzen. Der daraus resultierende Temperaturdatensatz ist räumlich und zeitlich homogener und stimmt wesentlich besser mit aus Satellitendaten ab 1979 abgeleiteten Temperaturen überein. Er soll auch in der demnächst startenden Interim-Reanalyse des ECMWF (eine globale Reanalyse ab 1989) Eingang finden. Nähere Informationen zu dem Datensatz findet man unter

http://www.univie.ac.at/theoret-met/research/RAOBCORE/

Vorläufige Ergebnisse lassen darauf schließen, dass auch die Radiosondenwinde erhebliche zeitliche Inhomogenitäten enthalten und sich das Homogenisierungsverfahren auch erfolgreich auf Winddaten anwenden läßt.