Ursachen für den
Unterschied des klimatologischen Niederschlagsgradienten zwischen dem
Alpenvorland und dem Alpenraum
Clemens Wastl, Günter Zängl
Meteorologische Institut Universität
München ,München, Germany
Email: clemens@meteo.physik.uni-muenchen.de
ABSTRACT
Die
Tatsache, dass die Alpen im Mittel höhere Niederschlagssummen als das
Alpenvorland aufweisen, ist aus Klimatologien bekannt. Die Unterschiede in den
Niederschlagsmengen können jedoch sehr stark variieren und zeigen deutliche
jahreszeitliche Schwankungen. Wenig bekannt ist bisher, welchen Anteil die
verschiedenen Mechanismen orographischer Niederschlagsverstärkung daran haben.
Als Grundlage für die Untersuchung von Niederschlagsgradienten zwischen dem
Alpenvorland und den Alpen dienen Niederschlagsdaten von ca. 1200 Stationen in
Bayern und im österreichischen Alpengebiet von Vorarlberg bis Oberösterreich im
Zeitraum von 1991 und 2000. Die zugehörige synoptische Lage wird aus MM5-Simulationen
für denselben Zeitraum entnommen. Zur Analyse werden die Niederschläge in
„Kaltfront, Warmfront, konvektiv und Rest (z.B. frontrückseitiger
Stauniederschlag)“ unterteilt, und außerdem wird zwischen dem Winter- und
Sommerhalbjahr unterschieden.
Die
Untersuchung ergab im wesentlichen zwei Mechanismen, die für den
Niederschlagsgradienten verantwortlich sind. Zum einen sind dies konvektive
Niederschläge im Sommerhalbjahr bei westlicher bis südwestlicher Anströmung.
Schauer und Gewitter bilden sich primär über den Alpen, ziehen dann mit der
Höhenströmung ins Alpenvorland und schwächen sich dabei langsam ab. Ferner
herrscht ein starker Niederschlagsgradient (vor allem im Winter) zwischen
Alpenrand und Alpenvorland bei Niederschlägen in Verbindung mit Fronten. Dies
zeigt sich besonders gut bei nördlicher bis nordwestlicher Anströmung. Durch
die orographisch bedingte Hebung an den Alpen fallen sowohl die
Frontniederschläge, als auch die frontrückseitigen Stauniederschläge bei den
Alpenrandstationen wesentlich stärker aus als im Alpenvorland. Bei Betrachtung
von nahe beieinanderliegenden Berg und Talstationen zeigt sich im Winter ein
durchwegs positiver Niederschlagshöhengradient, während im Sommer bei
konvektiven Niederschlägen kaum ein Gradient zu beobachten ist.