Die Forstliche
Klimagliederung in Sachsen vor dem Hintergrund des Klimawandels
Janet
Häntzschel1, Johannes Franke2 , Christian Bernhofer2,
Karl-Heinz Feger1
1TU Dresden, Professur Standortslehre und
Pflanzenernährung, Tharandt, Germany
Mail: janet.haentzschel@forst.tu-dresden.de
2TU Dresden,
Professur Meteorologie, Dresden, Germany
ABSTRACT
Die
Kenntnis des Klimas von Waldstandorten ist insbesondere im Kontext des globalen
Klimawandels unverzichtbare Voraussetzung für eine nachhaltige risikominimierte
Bewirtschaftung der Wälder und
integrierende regionale Landnutzungskonzepte (z.B. Hochwasserschutz). In
Sachsen stellt die Forstliche Klimagliederung dabei eine wesentliche Grundlage
für waldbauliche Entscheidungen und Maßnahmen dar [1]. Die Festlegung der
Grenzen basiert auf standortskundlichen Bearbeitungen ab den 1960er bis Ende
der 1980er Jahre. In Anbetracht des bereits spürbaren Klimawandels stellt sich
die Frage, ob die statischen Grenzen und Rahmenwerte der Forstlichen
Klimastufen und Makroklimaformen den veränderten klimatischen Bedingungen noch
gerecht werden.
Um
die klimatischen Veränderungen in den Gebieten der Forstlichen Klimagliederung
Sachsens sichtbar zu machen, bietet sich ein Vergleich der Rahmenwerte für
Temperatur und Niederschlag mit aktuellen Klimawerten an. Als Datenbasis mit
ausreichender räumlicher Abdeckung stehen die für Deutschland flächendeckend
vorliegenden Klimarasterdaten (Klimanormalperiode 1971-2000) des Deutschen
Wetterdienstes (DWD) zur Verfügung.
Die
in einer GIS-gestützten, extremwertstatistischen Analyse erfolgte
Gegenüberstellung der Rahmenwerte für Temperatur und Niederschlag mit den
aktuellen Vergleichswerten zeigt, dass allein aus rein meteorologischer Sicht
dringender Handlungsbedarf für eine Aktualisierung der Forstlichen
Klimagliederung in Sachsen besteht. Beispielsweise erweist sich die Abgrenzung
eines Bereiches „Untere sehr feuchte
Berglagen (Uff)“ nach den definierten Klimarahmenwerten in Anbetracht der
starken Temperaturzu- bzw. Niederschlagsabnahme in diesem Gebiet als nicht mehr
plausibel. Prinzipiell bestätigen die Ergebnisse die allgemeinen Trends zum
Klima in Sachsen [3, 4].
Die
multivariate Clusteranalyse (Clusterzentrenanalyse) bietet eine Möglichkeit,
die Grenzen der Forstlichen Klimagliederung an die veränderten klimatischen
Bedingungen anzupassen. Durch die gleichberechtigte Einbeziehung von
pflanzenphysiologisch wichtigen Größen (z.B. Temperatur, Niederschlag, klimat.
Wasserbilanz) während der realen Vegetationszeit (abgeleitet aus Stationsdaten
der Sächsischen Klimadatenbank [2]) können die neuen Grenzen außerdem stärker
an ökologischen Aspekten ausgerichtet werden.
[1] Sächsische Landesanstalt für Forsten (LAF), 1996:
Forstliche Wuchsgebiete und Wuchsbezirke im Freistaat Sachsen nach W.
Schwanecke und D. Kopp, Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für
Forsten 8.
[2] Bernhofer, Ch., Goldberg, V., J. Franke, 2002: CLISAX
II - Assimilation von standardisierten und abgeleiteten Klimadaten für die
Region Sachsen und Ausbau der Sächsischen Klimadatenbank. Abschlussbericht des
Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie, AZ 13-8802.3521/50
[3] Franke, J., Goldberg, V., Eichelmann, U., Freydank, E. u. C.
Bernhofer (2004): Statistical analysis of regional climate trends in Saxony,
Germany. Climate Research Vol. 27 Nr. 2.
[4] Sächsisches Landesamt für Umwelt und
Geologie (LfUG), 2005: Klimawandel in Sachsen, Sachstand und Ausblick,
Saxoprint Dresden.