Wolfram Birmili(1*), Korinna König(1), André Sonntag(1), Ralf Sohmer(2), Ludwig Ries(2) und Andreas Stohl(3)
(1)Leibniz-Institut für Troposphärenforschung
(IfT), D-04318 Leipzig
(2)Umweltbundesamt (UBA), D-82467
Garmisch-Partenkirchen
(3)Norsk Institutt for Luftforskning
(NILU), NO-Kjeller
Die Gesamtmasse
atmosphärischer Aerosolpartikel unterliegt seit Beginn 2005
gesetzlich einzuhaltenden Grenzwerten (1999/30/EG). Für feine
(Durchmesser < 1 µm) und ultrafeine (< 0,1 µm)
Aerosolpartikel jedoch, denen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko
zugeschrieben wird, bestehen nur geringe Kenntnisse hinsichtlich
atmosphärischem Vorkommen und Herkunft.
Wir stellen erste
Ergebnisse einer mehrjährigen Langzeitstudie vor, in der wir den
Beitrag atmosphärischen Ferntransports auf die Belastung
gegenüber feinen und ultrafeinen Partikeln in Deutschland
quantifizieren. Im Rahmen einer als beispielhaft vorzustellenden
Fallstudie wurden in der Nacht vom 28. auf den 29. April 2005 an der
Umweltforschungsstation Schneefernerhaus überdurchschnittlich
hohe Partikelanzahlen beobachtet (3000 cm-3), die allen Anzeichen
nach ihren Ursprung in Nordamerika (Südöstliche U.S.A.)
haben. Die Schlussfolgerungen werden durch eine
Quellgebiet-Rezeptoranalyse (FLEXPART-Modell), Radiosondenaufstiege
sowie örtliche meteorologische Beobachtungen gestützt.